U – wie Underback

Sie sehen das Titelbild zur neuesten Folge des St. Kilian Whisky ABC, in welcher Master Distiller Mario Rudolf den Begriff Underback erläutert.

Was bedeutet das Wort Underback?

Wörtlich übersetzt bedeutet der englische Begriff Underback so viel wie ein Puffer („back“), der am unteren Ende („under“) eines Läuterbottichs angeschlossen ist.

Wie sieht ein Underback aus?

Bei einem Underback handelt es sich um ein einfaches Rohr auf der Höhe des Läuterbottichs, der sogenannten Mash Tun. Dieses Rohr, durch das die Würze hindurchfließt, ist unterhalb des Siebbodens der Mash Tun mit dieser verbunden. Neben einem einfachen Rohr kann der Underback durchaus auch ein größerer Tank sein, wie er oftmals in schottischen Destillerien zu finden ist.

Wofür benötigt man einen Underback?

Der Underback wird genutzt, um den Läuterprozess in der Brennerei zu kontrollieren, damit die Würze optimal durch den Siebboden in der Mash Tun abläuft. In der Mash Tun erfolgt zunächst das Vermischen von geschrotetem Gerstenmalz mit heißem Wasser, bevor nach einer gewissen Zeit die festen von den flüssigen Bestandteilen über ein im Läuterbottich befindlichen Siebboden abgetrennt werden, was eben klassisch als Läutern bezeichnet wird. Die flüssigen Bestandteile – die Würze – verlassen die Mash Tun und gelangen in den Underback. Bei einem optimalen Läuterprozess sollte der Flüssigkeitsspiegel im Underback mit dem im Läuterbottich auf gleicher Höhe sein. Der Underback entspricht somit dem Prinzip von kommunizierenden Röhren. Während des Läuterns kann jedoch der Siebboden in der Mash Tun durch den sich verdichtenden Filterkuchen (Treber) so stark zugesetzt werden, infolgedessen die Würze nur noch langsam bis schließlich gar nicht mehr abläuft. In diesem Fall sind die Flüssigkeitsspiegel im Underback und in der Mash Tun nicht mehr auf gleichem sondern auf unterschiedlichem Niveau.

Was passiert, wenn sich der Siebboden zusetzt?

Ein mit dem bloßen Auge erkennbarer Niveau-Unterschied im Underback zeigt somit einen nicht optimalen Verlauf des Läuterns in der Mash Tun an und erfordert ein Nachregulieren der Ablaufgeschwindigkeit der Würze. Ist hingegen der Siebboden vollkommen durch den sich verdichteten Treber im Läuterbottich zugesetzt, kann das Produktionsteam durch Anschalten eines Rührhackwerks diesen auflockern und damit dessen Durchlässigkeit für die verbliebene Würze wieder herstellen.

Kann das Läutern noch anders kontrolliert werden?

Der Underback ist die ursprüngliche, analoge Art der Kontrolle des Läuterns in der Mash Tun. Die moderne, digitale Variante ist eine Kontrolle mittels der so genannten Differenzdruckmessung, die auch bei St. Kilian in der Mash Tun eingebaut ist. Mittels empfindlicher Drucksensoren kann der Unterschied zwischen dem Druck oberhalb und unterhalb des Siebs, der infolge einer Verdichtung des Trebers beim Läutern entsteht, gemessen werden und ein notwendiges Eingreifen des Produktionsteams anzeigen. Im Vergleich zum klassischen Underback ist diese digitale Messung die einfachere und auch bequemere Methode.

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