Sazerac Cocktail

Aus der St. Kilian Serie „klassische Whisky-Cocktails“

Ein guter Drink hat im Bestfall auch immer eine gute Geschichte. Eine Anekdote die gerne beim Genuss des Drinks erzählt wird oder der man aufmerksam lauscht, während der Bartender diese zum Besten gibt.

Mythos oder Wahrheit – was steckt hinter der Geschichte dES Sazerac Cocktails?

Diese gute Geschichte bringt auch der Sazerac mit. Allerdings hat sie einen kleinen Haken – sie ist nicht wahr.

Auf dem Weg nach New Orleans zum Weltruhm

Dem Mythos um den Sazerac Cocktail nach, geht die Rezeptur des Klassikers zurück auf Antoine Peychaud, dem Kreateur des weltbekannten Pechaud´s Bitters. Dieser soll in den 1790er Jahren nach einem Aufstand in seiner Heimat nach New Orleans geflohen sein. Dort angekommen servierte er seinen Bitter mit Cognac in einem doppelseitigen Eierbecher als Medikament gegen Magenbeschwerden. Dieser Legende nach, soll sich aus diesem Eierbecher später der Jigger entwickelt haben.

Weiter heißt es in dem Mythos, dass der Geschäftsmann John B. Schiller, der Vertreter des Cognacs „Sazerac-de-Forge“ aus Limoges in Frankreich das Kaffeehaus „Sazerac Coffee House“ in New Orleans eröffnet und dort den Cockail mit Peychauds Bitters und Brandy ausgeschenkt haben. Dieser wurde schnell bekannt als Sazerac Cocktail.

Als 1870 das Coffee House von Thomas Handy übernommen wurde, änderte dieser auch die Rezeptur und ersetzte den Weinbrand durch Rye Whiskey. Außerdem gab er dem Drink einen kleinen Spritzer Absinth hinzu. Aufgrund dieser Geschichte spricht man oft davon, dass der Sazerac einer der ältesten Mischgetränke sei.

Sazerac Cocktail: Vom Mythos zur Wahrheit

Leider stimmt diese Geschichte so nicht – Antoine Peychaud kam nicht 1793 nach New Orleans, denn er wurde erst 10 Jahre später geboren. Auch findet man in allen Aufzeichnungen keine Notizen über einen Drink namens Sazerac Cocktail aus Mitte des 19. Jahrhunderts.

Aber was verbirgt sich dann hinter der Geschichte des Sazerac Cockails?

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in New Orleans Drinks mit Brandy und Absinth ausgeschenkt. Diese wurden in den 1870ern bekannt als Improved Cocktails. In dieser Form kann man sie auch heute noch in ausgewählten Bars ordern.

In den 1890er Jahren brachten Firmen erfolgreich Bottled Cocktails auf den Markt. Dabei erkannte die Firma Sazerac House ihre Chance und vermarktete unter dem Namen Sazerac Cocktails verschiedene Cocktails in Flaschen, wie zum Beispiel einen Manhattan Cocktail oder einen Vermouth Cocktail. Somit war der Sazerac Cocktail zunächst nur ein Markenname und keine Bezeichnung für einen speziellen Drink.

Das änderte sich nach Ende der Prohibition 1933, als die Sazerac Company wieder begann abgefüllte Cocktails zu verkaufen. Diesmal nicht viele verschiedene Cocktails, sondern einen Whisky basierten Drink mit dem Namen Sazerac Cocktail. Betrachtete man jedoch die überlieferten Rezepturen, merkt man schnell, dass ein klassisches, einheitliches Rezept nicht überliefert wurde. Überwiegend wurde Whiskey verwendet, zusätzlich durfte aber auch Wermut oder Rum hinzugegeben werden. In der Regel wurden noch Bitters und Absinth hinzugefügt und der Drink mit Zucker oder Zitrusölen verfeinert. Ein ganz klar definiertes Rezept gibt es also nicht.

Der große Mythos um den „ältesten Cocktail der Welt“ ist also nichts anderes als ein Mythos. Vermutlich aus Marketinggründen geschaffen. Allerdings: Wenn ein Sazerac gekonnt zubereitet wird, lassen wir den Mythos gerne Mythos sein und wollen den Bar-Klassiker auf keinen Fall missen!

Klassischer Sazerac Cocktail:

  • 6 cl Rye Whiskey
  • 0,5 cl Absinth
  • 2 Spritzer Peychaud´s Bitter
  • 0,5 cl Rohrzuckersirup

Die Zutaten werden in ein Rührglas gegeben, mit Eiswürfeln verrührt, bis der Drink eiskalt ist und anschließend in einen Tumbler mit einem großen Eiswürfel abgeseiht.

Als Garnitur werden klassisch Zitronenschalen verwendet.

Sazerac Cocktail 1

St. Kilian Sazerac Cocktail

Natürlich haben wir es uns auch hier nicht nehmen lassen und eine Sazerac-Variation mit unserem Single Malt Whisky kreiert.

Dazu benötigt Ihr:

  • 5,5 cl St. Kilian Single Malt Whisky milde Rezepture (z.B. Signature Edition ONE oder FIVE)
  • 0,5 cl Absinth
  • 2 Spritzer Orangen Bitter
  • 1 cl Rohrzuckersirup

Die Zutaten werden in ein Rührglas gegeben, mit Eiswürfeln verrührt, bis der Drink eiskalt ist und anschließend in einen Tumbler mit einem großen Eiswürfel abgeseiht.

Als Garnitur verwenden wir eine gedörrte Limettenscheibe und eine Maraschinokirsche.

„St. Kilian meets Sazerac – cheers!“